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<title>Kitt</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kitt</span></h1>
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<p><b>Kitt</b> ist die Bezeichnung für ein pastenförmiges <a href="Klebstoff" title="Klebstoff">Klebe-</a> und <a href="Dichtungsmasse" class="mw-redirect" title="Dichtungsmasse">Dichtungsmittel</a>, das auch als <a href="F%C3%BCllstoff" title="Füllstoff">Füllstoff</a> für Spalten, Fugen und Löcher genutzt wird. Kitte härten im Allgemeinen zu einer festen Masse aus, die im Gegensatz zu elasto-plastischen Dichtmassen nicht flexibel ist.<sup id="cite_ref-Schultz_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Gegensatz zu <i>ungefüllten</i> <a href="Klebstoff" title="Klebstoff">Klebstoffen</a> können auch Werkstücke mit größeren Fugenabständen verbunden werden, die durch den Kitt ausgefüllt werden.<sup id="cite_ref-:1_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-:1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Abgeleitet von der verbindenden Funktion dieser Masse ist die Redewendung etwas „kitten“, beispielsweise in Bezug auf eine zwischenmenschliche Beziehung.
</p><p>Historisch wurde der Begriff „Kitt“ (auch <b>Kütt</b>) für sehr verschiedene Arten von Kleb- und Füllmassen verwendet, die <a href="Leim" title="Leim">Leime</a>, <a href="Kleister" title="Kleister">Kleister</a>, <a href="H%C3%A4rtende_%C3%96le" class="mw-redirect" title="Härtende Öle">härtende Öle</a>, <a href="Naturharz" class="mw-redirect" title="Naturharz">Naturharz</a>, <a href="Wachs" title="Wachs">Wachs</a>, <a href="Baukalk" title="Baukalk">Kalk</a> oder <a href="Zement" title="Zement">Zement</a> als Bindemittel enthalten können.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Heute wird er häufig als Kompositum mit den zu verbindenden Materialien benutzt, z.&nbsp;B. <b>Glaserkitt</b>, <b>Holzkitt</b>, <b>Fugenkitt</b> oder <b>Fensterkitt.</b>
</p><p>Ähnliche Massen, die weniger dem Verbinden von Bauteilen, als dem Ausgleichen von Oberflächen dienen, werden als <i><a href="Spachtelmasse" title="Spachtelmasse">Spachtelmasse</a></i> bezeichnet. Im Gegensatz zu Kitten müssen sich Spachtelmassen zu dünnen Schichten ausziehen lassen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einteilung">Einteilung</h2></div>
<p>Nach ihren Klebeeigenschaften können Kitte in <b>Klebkitte</b> und <b>Füllkitte</b> unterschieden werden. Erstere weisen eine stärkere Haftfestigkeit auf und stellen im Wesentlichen Klebstoffe dar, die üblicherweise Füllstoffe enthalten und auch zum Überbrücken breiterer Klebefugen geeignet sind. An Füllkitte werden bezüglich der Haftfestigkeit keine hohen Anforderungen gestellt. Diese dienen mehr zum Ausfüllen größerer Hohlräume als zur Herstellung einer Klebverbindung.<sup id="cite_ref-:0_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Darüber hinaus können Kitte aufgrund ihrer Bindungs- und Bildungsmechanismen wie folgt unterteilt werden:<sup id="cite_ref-:0_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><i>Schmelzkitte</i> sind bei Raumtemperatur fest, schmelzen beim Erwärmen unter Ausbildung plastischer Verformbarkeit und erstarren beim Abkühlen ohne Schwund. Ein praktisches Beispiel sind thermoplastische Edelsteinkitte, die zum Aufkitten von Rohedelsteinen auf geeignete Träger während des Schleifens dienen, und die sich rückstandsfrei ablösen lassen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Siehe auch <i><a href="Schmelzkleber" class="mw-redirect" title="Schmelzkleber">Schmelzkleber</a></i></li>
<li><i>Abdunstkitte</i> enthalten demgegenüber einen Lösemittelanteil, der sich beim Erstarren verflüchtigt, wodurch die Masse geringfügig schwinden kann.</li>
<li><i>Reaktionskitte</i> sind Stoffgemische von teigartiger Konsistenz, die durch chemische Reaktion aushärten. Klassischer Fensterkitt gehört in diese Kategorie.</li>
<li><i>Brandschutzkitte</i> vergrößern bei Hitzeeinwirkung ihr Porenvolumen (<a href="Intumeszenz" title="Intumeszenz">Intumeszenz</a>), wodurch sich ihr <a href="Feuerwiderstand" title="Feuerwiderstand">Feuerwiderstand</a> deutlich erhöht. Die dienen der <a href="Schott" title="Schott">Abschottung</a> von Leitungswegen, Maueröffnungen und Deckendurchbrüchen gegen die Ausbreitung eines Feuers.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Chemische_Zusammensetzung">Chemische Zusammensetzung</h2></div>
<p>Man kann weiterhin zwischen anorganischen und organischen Kitten unterscheiden,<sup id="cite_ref-:1_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-:1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wobei erstere in jüngerer Zeit an Bedeutung verloren haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anorganische_Kitte">Anorganische Kitte</h3></div>
<p>Hierzu gehören Kitte auf der Basis von <a href="Wasserglas" title="Wasserglas">Wasserglas</a> (bildet mit Metalloxiden unlösliche Silicate), Magnesiumoxychlorid-Kitte (<a href="Sorelzement" title="Sorelzement">Sorelzement</a>), Zinkoxidkitte (härten mit Zinkchlorid oder Phosphorsäure), Rostkitte (Eisenteilchen in der Kittmasse bilden zusammenbackenden Eisenrost); schwefelhaltige Kitte (auf der Basis von geschmolzenem Schwefel) und Glasflüsse (leichtschmelzende Glaszusammensetzungen, die in Pulverform mit Bindemittel auf die Kittstellen aufgetragen werden).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Organische_Kitte">Organische Kitte</h3></div>
<p>Organische Kitte bestehen entweder aus synthetischen Polymeren (Polyvinylacetate, Epoxidharze, Polyurethane, Phenol-Formaldehyd-Harze) oder aus natürlichen Produkten (<a href="Kautschuk" class="mw-redirect" title="Kautschuk">Kautschuk</a>, <a href="Bitumen" title="Bitumen">Bitumen</a>, Schellack, Wachse, Terpentine, <a href="Casein" class="mw-redirect" title="Casein">Casein</a>). <a href="Glycerin" title="Glycerin">Glycerin</a> bildet mit manchen Metalloxiden (etwa Bleioxid) rasch abbindende Massen, die ebenfalls als Kitte eingesetzt werden können. Ölkitte auf der Basis von trocknenden Ölen können mit verschiedenen Metalloxiden oder -carbonaten angesetzt werden (vgl. den folgenden Abschnitt).
</p><p><a href="Schellack" title="Schellack">Schellackkitt</a> wurde früher als <i>Glühlampenkitt</i> verwendet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Holz-_und_Fensterkitt"><span id="Fensterkitt"></span><span id="Holzkitt"></span> Holz- und Fensterkitt</h2></div>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fensterkitt">Fensterkitt</h3></div>
<p>Klassischer Fensterkitt (Leinölkitt) ist eine <a href="Dichtungsmasse" class="mw-redirect" title="Dichtungsmasse">Dichtungsmasse</a>, die nach <i>RAL 849 BZ</i> zu rund 85 Prozent aus <a href="Schl%C3%A4mmkreide" class="mw-redirect" title="Schlämmkreide">Schlämmkreide</a> (Calciumcarbonat) und 15 Prozent aus <a href="Lein%C3%B6l" title="Leinöl">Leinöl</a> oder <a href="Lein%C3%B6lfirnis" title="Leinölfirnis">Leinölfirnis</a> besteht.<sup id="cite_ref-mappe_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-mappe-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er ist als geschmeidige knetbare Masse im Handel erhältlich. Hauptsächlich dient Kitt zur Fixierung und Abdichtung von Fensterscheiben in Holzrahmen, kann aber auch, wie <a href="Holzkitt" class="mw-redirect" title="Holzkitt">Holzkitt</a>, zum Ausbessern schadhafter Stellen an Holzbauteilen benutzt werden. Nach einigen Tagen bis Wochen ist die Oberfläche ausreichend erhärtet, um überstrichen zu werden.
</p><p>Kitt härtet an der Luft durch <a href="Oxidation" title="Oxidation">Oxidation</a> des Leinöls im Laufe mehrerer Jahre aus und wird spröde. Bei starker Belastung durch Sonneneinstrahlung kann er dann den Relativbewegungen zwischen Fenster und Glas nicht mehr folgen und bröckelt. Damit wird das Fenster undicht und die Verkittung muss ausgebessert oder erneuert werden. Versprödeter Kitt lässt sich einfach und schonend durch kurzwellige Infrarotstrahlen erweichen und dann ausschaben. Entsprechende Handgeräte werden im Handel angeboten.
</p><p>Heute werden <a href="Isolierglasscheibe" class="mw-redirect" title="Isolierglasscheibe">Isolierglasscheiben</a> hauptsächlich mit vollsynthetischen <a href="Dichtstoff" title="Dichtstoff">Dichtstoffen</a> eingeglast.
</p><p>Klassischer Leinöl-Fensterkitt wird zwar in der industriellen Fertigung nur selten verwendet, jedoch im traditionellen Handwerk weiterhin zum Einglasen, für Abdichtungen und Reparaturarbeiten genutzt, besonders bei einfachverglasten Fenstern in Holz-, Metall- und Betonfassungen sowie bei Verbund- und Kastenfenstern mit Holzflügeln. Auch bei Verglasungen von <a href="Antiquit%C3%A4t" title="Antiquität">antiken Möbeln</a> findet er noch Verwendung. Klassischer Leinölkitt kann im Gegensatz zu Silikon überstrichen werden, mit traditioneller Leinölfarbe bereits nach einer Woche. Will man ihn allerdings mit Kunstharzlack überstreichen, so muss er zunächst bis zu vier bis sechs Wochen durchhärten.
</p><p>Verglasungen in Stahlprofilen oder Rahmen aus Gusseisen werden auch mit Wasserglas-, Menninge- und Bleiglättekitt eingeklebt und abgedichtet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Holzkitt">Holzkitt</h3></div>
<p>Traditionell wird Leinölkitt zur Ausbesserung von Rissen und Fehlstellen in Holzbauteilen verwendet, dem neben <a href="Schl%C3%A4mmkreide" class="mw-redirect" title="Schlämmkreide">Schlämmkreide</a> auch Schleifstaub bzw. <a href="S%C3%A4gemehl" class="mw-redirect" title="Sägemehl">Sägemehl</a> und <a href="Pigment" class="mw-redirect" title="Pigment">Pigmente</a> als Füll- und Farbstoffe zugesetzt werden. Heute werden auch Kunstharze als Bindemittel genutzt.
</p><p>Als Fugenkitt zum Verspachtel der Oberfläche von <a href="Parkett" title="Parkett">Parkettböden</a> wird der beim Überschleifen des Bodens anfallende Schleifstaub mit einem Bindemittel vermischt. Heute werden dazu Kunstharze wie <a href="Acrylate" class="mw-redirect" title="Acrylate">Acrylate</a> eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gesundheitsgefahren">Gesundheitsgefahren</h3></div>
<p>Bis Mitte der 1980er Jahre wurde Fensterkitt mit <a href="Asbest" title="Asbest">Asbestfasern</a> versetzt, um die Stabilität des Verbundes zu erhöhen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit 1990 dürfen nur noch asbestfreie Kitte verwendet werden. Untersuchungen der <a href="SUVA" class="mw-redirect" title="SUVA">Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt</a> ergaben, dass bei unsachgemäßer Handhabung von alten Fensterkitt-Verbünden mit einer Freisetzung von Asbestfasern zu rechnen ist. Abhängig von der jeweiligen Bearbeitungsmethode, beispielsweise beim Abschleifen, können sich Konzentrationen von bis zu anderthalb Millionen lungengängiger Asbestfasern pro Kubikmeter Raumluft ergeben. Hingegen war beim Erwärmen mittels Infrarotstrahlen und dem anschließenden Abziehen des Kitts keine Faserfreisetzung messbar. Vor der Bearbeitung infrage kommender Verbünde ist daher unbedingt eine Beprobung auf asbesthaltiges Material vorzunehmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Traditionelle_Kitte">Traditionelle Kitte</h2></div>
<dl><dt>Ölkitt (Leinölkitt, Fensterkitt)</dt></dl>
<p>150 g Leinöl werden in die Vertiefung eines Betts aus 850 g Kreide gegossen und mit dieser vermengt. Nach einigen Tagen Ruhezeit wird die Masse kräftig miteinander verknetet.<br>
Sauerstoffdicht verschlossen kann Leinölkitt über einige Jahre gelagert werden. Wird <a href="Lein%C3%B6lfirnis" title="Leinölfirnis">Leinölfirnis</a> anstelle von Leinöl verwendet, trocknet der Kitt schneller.
Für einen besonders schnell erhärtenden Kitt können z.&nbsp;B. 50 g der Kreide durch <a href="Bleigl%C3%A4tte" class="mw-redirect" title="Bleiglätte">Bleiglätte</a> und 10 g der Leinölfirnis durch ein <a href="Trockenmittel" class="mw-redirect" title="Trockenmittel">Trockenmittel</a> ersetzt werden.<br>
Ölkitt dient auch als Grundlage zur Herstellung speziellerer Kitte.<sup id="cite_ref-Schultz_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Lackkitt</dt></dl>
<p>Zur Herstellung des schneller trocknenden Lackkitts werden 8 Gewichts-Teile Ölkitt mit 1 Teil <a href="Bleiwei%C3%9F" title="Bleiweiß">Bleiweiß</a> und 1 Teil <a href="%C3%96llack" class="mw-redirect" title="Öllack">Öllack</a> vermengt. Mit Lackkitt wurden früher u.&nbsp;a. Glasbuchstaben zur Anfertigung von Firmenschildern aufgeklebt.<sup id="cite_ref-Schultz_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Wasserglaskitt</dt></dl>
<p>Wasserglaskitt enthält 8 Gewichts-Teile Kreide, 6 Teile <a href="Schwerspat" class="mw-redirect" title="Schwerspat">Schwerspat</a>, 3 Teile <a href="Zinkwei%C3%9F" class="mw-redirect" title="Zinkweiß">Zinkweiß</a> und 3 Teile <a href="Wasserglas" title="Wasserglas">Wasserglas</a>.<br>
Mit Wasserglaskitt können Glas, Porzellan, Steingut und Terracotta verkittet und verklebt werden.<sup id="cite_ref-Schultz_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Statt Kreide und Schwerspat kann auch <a href="Quarzmehl" class="mw-redirect" title="Quarzmehl">Quarzmehl</a> verwendet werden. Wasserglaskitt wird auch als Glaserkitt zum <a href="Verglasen" class="mw-redirect mw-disambig" title="Verglasen">Verglasen</a> von Rahmen und Sprossenfenstern aus <a href="Stahlprofil" class="mw-redirect" title="Stahlprofil">Stahlprofilen</a> verwendet.
</p>
<dl><dt>Leimkitt</dt></dl>
<p>Leimkitt wird aus 500 g einfaches <a href="Ocker" title="Ocker">Ockerpigment</a> (Fußbodenocker), 225 g Kreide, 25 g <a href="S%C3%A4gemehl" class="mw-redirect" title="Sägemehl">Sägemehl</a>, 125 g Wasser sowie 125 g Zelleimlösung (1:10) angemischt.<br>
Leimkitt dient zum Ausbessern von Fehlstellen in rohem Holz.<sup id="cite_ref-Schultz_1-4" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er wird sehr viel weniger fest als Ölkitt und kann nur auf nicht beanspruchten Holzbauteilen in Innenräumen verwendet werden, etwa Holz<a href="Vert%C3%A4felung" class="mw-redirect" title="Vertäfelung">vertäfelungen</a>.
</p>
<dl><dt>Fußbodenkitt</dt></dl>
<p>Fußbodenkitt haftet besser am Holz als Leimkitt und wird zum Ausbessern und Ausfugen von <a href="Holzdielen" class="mw-redirect" title="Holzdielen">Dielenböden</a> verwendet. 700 g hellem Ölkitt werden 150 g <a href="Lein%C3%B6lfirnis" title="Leinölfirnis">Leinölfirnis</a>, 125 g einfaches Ockerpigment (Fußbodenocker) sowie 25 g Sägemehl zugemischt.<sup id="cite_ref-Schultz_1-5" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Bleimennigekitt</dt></dl>
<p>Der giftige Bleimennigekitt wird auf Bauteilen aus Stahl und Gusseisen eingesetzt. Ein Kitt ohne Füllstoffe kann aus 920 g <a href="Bleimennige" class="mw-redirect" title="Bleimennige">Bleimennige</a> und 80 g Leinölfirnis angemischt werden.
Andernfalls werden einer Grundlage aus 16 Gewichts-Teilen Leinölkitt etwa 3 Teile Bleimennige sowie zur Verdünnung 1 Teil Leinölfirnis hinzugemischt.
Mit Bleimennigekitt wurden früher Fugen von Stahlkonstruktionen<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sowie Verschraubungen von Gas- und Wasserrohren abgedichtet.<sup id="cite_ref-Schultz_1-6" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch gusseiserne <a href="Abwasserrohr" class="mw-redirect" title="Abwasserrohr">Abwasserrohre</a> wurden mit Hanf<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder Teerstrick und Mennigekitt abgedichtet.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenfalls zur Verklebung und Abdichtung von Verglasungen in Metallprofilen wurde Mennigekitt verwendet.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Bleiglättekitt</dt></dl>
<p>940 g <a href="Bleigl%C3%A4tte" class="mw-redirect" title="Bleiglätte">Bleiglätte</a> wird auf etwa 300 °C erhitzt, mit 60 g <a href="Glyzerin" class="mw-redirect" title="Glyzerin">Glyzerin</a> verrieben und in noch warmem Zustand auf zuvor mit Glyzerin bestrichene Stellen aufgetragen.
Der Kitt erhärtet in 15 Minuten und ist Temperaturbeständig bis 300 °C.<br>
Wie Bleimennigekitt wird Bleiglättekitt und Wasserglaskitt zum Verkleben und Abdichten von Verglasungen in Metallprofilen sowie zum Verfüllen von Fugen in Stahlkonstruktionen verwendet. Der Kitt ist temperaturbeständig bis 300 °C und wird sehr fest.<sup id="cite_ref-Schultz_1-7" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Eisenkitt, Rostkitt</dt></dl>
<p>850 g Eisenfeilpulver, 110 g <a href="Schwefelbl%C3%BCte" class="mw-redirect" title="Schwefelblüte">Schwefelblüte</a> und 40 g <a href="Ammoniumchlorid" title="Ammoniumchlorid">Ammoniumchlorid</a> (Salmiaksalz) werden mit Wasser pastös angeteigt. Rohen Stahl und Gusseisen verklebt der spröde aushärtende Kitt innerhalb von 3 Tagen unter Rostbildung.<sup id="cite_ref-Schultz_1-8" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Linoleumkitt</dt></dl>
<p>4 Gewichtsteile Terpentin werden mit 1 Teil <a href="Kolophonium" title="Kolophonium">Kolophonium</a> langsam im Wasserbad geschmolzen. Der Kitt ist vor Gebrauch zu erwärmen und dient zum Abdichten der Fugen von <a href="Linoleum" title="Linoleum">Linoleumböden</a>.<sup id="cite_ref-Schultz_1-9" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dt>Kaseinkitt</dt></dl>
<p>1 Gewichtsteil Kaseinpulver, 1 Teil <a href="Kaolin" title="Kaolin">Kaolin</a> und 3 Teile <a href="Wei%C3%9Fkalk" class="mw-redirect" title="Weißkalk">Weißkalk</a> werden mit Wasser pastös angeteigt.<sup id="cite_ref-Schultz_1-10" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bauteile aus Holz, Eisen und Stahl sind in der Regel zur besseren Haftung vor dem Verkitten zu grundieren. Hierfür wird meist das Bindemittel des Kitts verwendet.<sup id="cite_ref-Schultz_1-11" class="reference"><a href="#cite_note-Schultz-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><cite style="font-style:italic">Kitt</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Großes Konversations-Lexikon</a></cite>. 6. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>11</span>: <i>Kimpolung–Kyzĭkos</i>. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1907, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>78–80</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20006897630">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kitt&amp;rft.atitle=Kitt&amp;rft.btitle=Meyers+Gro%C3%9Fes+Konversations-Lexikon&amp;rft.date=1907&amp;rft.edition=6.&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=78-80&amp;rft.place=Leipzig+%2F+Wien&amp;rft.pub=Bibliographisches+Institut&amp;rft.volume=Band+11%3A+Kimpolung-Kyz%C4%ADkos" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Gustav Adolf Buchheister, Georg Ottersbach: <cite style="font-style:italic">Kitte und Klebmittel</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Vorschriftenbuch für Drogisten: Die Herstellung der gebräuchlichen Verkaufsartikel</cite>. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-662-42457-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>495–511</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=O-uGBwAAQBAJ&amp;pg=PA495">books.google.de</a> – Erstausgabe: 1914, Leseprobe).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kitt&amp;rft.atitle=Kitte+und+Klebmittel&amp;rft.au=Gustav+Adolf+Buchheister%2C+Georg+Ottersbach&amp;rft.btitle=Vorschriftenbuch+f%C3%BCr+Drogisten%3A+Die+Herstellung+der+gebr%C3%A4uchlichen+Verkaufsartikel&amp;rft.date=2013&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783662424575&amp;rft.pages=495-511&amp;rft.place=Berlin+%2F+Heidelberg&amp;rft.pub=Springer-Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Hanns Will: <cite style="font-style:italic">Kitte</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Neues Manual für die praktische Pharmazie</cite>. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-53268-9, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>275–283</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=1aScBgAAQBAJ&amp;pg=PA275">books.google.de</a> – Erstausgabe: 1953, Leseprobe).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kitt&amp;rft.atitle=Kitte&amp;rft.au=Hanns+Will&amp;rft.btitle=Neues+Manual+f%C3%BCr+die+praktische+Pharmazie&amp;rft.date=2013&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783642532689&amp;rft.pages=275-283&amp;rft.place=Berlin+%2F+Heidelberg&amp;rft.pub=Springer-Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Putty?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kitt</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li>Schweizerischer Fachverband Fenster- und Fassadenbranche: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fff.ch/de/node/19012/kommt-asbest-alten-fenstern-fensterkitt-fugenmaterial-vor-faq"><i>Kommt Asbest in alten Fenstern (Fensterkitt) vor?</i></a> fff.ch</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.suva.ch/de-ch/praevention/sachthemen/asbest#uxlibrary-lwrslider=1"><i>Asbest</i></a> suva.ch</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Schultz-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-5">f</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-6">g</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-7">h</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-8">i</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-9">j</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-10">k</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schultz_1-11">l</a></sup></span> <span class="reference-text">Bernhard Schultz (1953). Kapitel <a rel="nofollow" class="external text" href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-98438-8_15"><i>Kitte</i></a>, S. 127–129, In: Farbwarenkunde. Die Neue Fachbuchreihe für Drogistische Ausbildung, vol 7. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden. <a rel="nofollow" class="external free" href="https://doi.org/10.1007/978-3-322-98438-8_15">https://doi.org/10.1007/978-3-322-98438-8_15</a></span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">kitt<span style="font-style:normal;"></span></cite>. In: <a href="Jacob_Grimm" title="Jacob Grimm">Jacob Grimm</a>, <a href="Wilhelm_Grimm" title="Wilhelm Grimm">Wilhelm Grimm</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Deutsches_W%C3%B6rterbuch" title="Deutsches Wörterbuch">Deutsches Wörterbuch</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>11</span>: <i>K</i> – (V). S. Hirzel, Leipzig 1873, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>860–861</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=kitt">woerterbuchnetz.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kitt&amp;rft.atitle=kitt&amp;rft.btitle=Deutsches+W%C3%B6rterbuch&amp;rft.date=1873&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=S.+Hirzel&amp;rft.volume=Band+11%3A+K+-+%28V%29" style="display:none">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Fischer: <cite style="font-style:italic">Edelsteinbearbeitung</cite>. 3. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>1</span>. Rühle-Diebener-Verlag, Stuttgart 1995, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>168–171</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kitt&amp;rft.au=Karl+Fischer&amp;rft.btitle=Edelsteinbearbeitung&amp;rft.date=1995&amp;rft.edition=3.&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=168-171&amp;rft.place=Stuttgart&amp;rft.pub=R%C3%BChle-Diebener-Verlag&amp;rft.volume=1" style="display:none">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Manfred Kaminsky: <i>Experimentelle Untersuchungen über die Konzentrations- und Temperaturabhängigkeit der Zähigkeit wäßriger Lösungen starker Elektrolyte</i>. I. Mitteilung: <i>KJ-, NHJJl- und 2Va2/S04-Lösungen</i>. Zeitschrift für Physikalische Chemie, Neue Folge, Band 5, S. 154–191 (1955).</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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